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Kaum zu glauben, aber wir haben August! Wie im Fluge vergeht die Zeit und wir haben nun schon den letzten der intensiven Sommermonate. Hier ist intensiv nicht untertrieben, denn täglich sind es zwischen 27 und 30 Grad und es ist oft gar nicht auszuhalten. Ich bin dann schlapp, faul und müde...möchte mich am liebsten den ganzen Tag nur in den Pool legen und einfach nichts tun. Nichts schleppen, nichts verfugen, keinen Rasen mähen... Ruhemodus, um die Hitze auszuhalten!
Und ich merke: ich bin kein Hitzetyp! Ich mag mich nicht gern Stunden in der Sonne braten (möchte aber immer knackig braun sein) und wünsche mir immer wenn es so heiß ist herbstliche frische Winde...
Aber eigentlich ist so der Sommer!
Also genießen wir ihn!
Den letzten der Sommermonate!
Vom letzten Baden in der Heimat haben wir uns Mirabellen vom Baum gepflückt. Eigentlich kannte ich Mirabellen bisher immer nur als gelbe Frucht... aber ich wurde eines besseren belehrt ! Und himmlisch lecker sind sie! Ich brauche auch einen Mirabellenbaum im Garten!
Und da wir in der letzten Woche wirklich (ach, es sind ja nun schon mehr als 8 Wochen am Stück) geackert haben im Haus und jeden Tag da waren, brauchten wir auch mal eine kleine Auszeit. Wir haben uns einen schönen Tag am Meer gemacht, sind ganz gemütlich mit der Bahn gefahren - ohne Stress im Auto, langer Stau und diese Hitze...
Dafür war es auf Usedom sehr sehr voll. Hochsaison! Und Ferien! Na klar! Da ist dann jeder!
Auch Gregor Gysi!
Den haben wir nämlich auf dem Weg zum Strand und am Strand selbst getroffen. Witzig :)
Die Wellen waren sehr stark und das Wasser gar nicht kalt... allerdings war der Wind auch frisch, so dass ich unter unserem Strandkorb in eine Sternendecke gehüllt war. So wurde es wieder nichts aus meiner jamaikanischen Bräune. Dafür wars aber gemütlich!
Wir sind sogar noch ein bisschen an der Promenade rumgeschlendert bevor es wieder nach Haus ging.
Ein solcher Tag reicht oft schon aus, um wieder neue Energien zu schöpfen...
Frische Meeresbrise, Sand auf der Haut und unter den Füßen...
Und um 20 Uhr waren wir abends dann wieder in unseren heimatlichen Gefilden... erschöpft aber glücklich!
Da schläft es sich doch gleich besser...
... wenn da nicht das Leben einer kleinen Katze wäre!
.... diese hat nämlich am Sonntag abend zum ersten Mal gemautzt... ich bin sofort runter geeilt, um zu gucken, wo das kleine Ding denn wohl stecken mag. Und da hatte ich sie auch schon entdeckt... gerade mal um die 6-7 Wochen alt, kleine Tapsen, grau mit einer weißen Nase.
Hinreißend süß!
Von der Mama, die ihr Baby suchte fehlte jede Spur. Ich hatte aber eine Katze gesehen, die nicht zur Nachbarschaft gehörte. Die ist dann schnell losgerannt, als sie mich aus der Tür kommen sah. Natürlich ging ich erstmal davon aus, dass das vielleicht die Mutter ist. Ich klingelte bei der Nachbarin, unter dessen Tor sie gekrochen war. Es wurde schon dunkel. Und vor lauter Angst ist das kleine Kätzchen hoch auf einen Birkenbaum geklettert. Ach du schreck! Wir haben dann eine Leiter hingestellt (ca 5 verschiedene ausprobiert) und haben sie dann runtergeholt. Sie hat mir die Hände völlig zerkratzt und gebissen. Kontakt zu Menschen hatte sie scheinbar nicht. Ich nahm sie in den Nacken, wie Katzenmütter ihre Babys immer tragen, habe sie zu uns auf den Hinterhof gebracht und sie dort dann wieder laufen lassen, in der Hoffnung, dass sie ihre Mama findet. Ich wollte nicht wahr haben, dass sie wirklich ihre Mama nicht findet. Hat sie auch nicht, denn das Mautzen war am nächsten Tag noch immer da. Immer wieder neue Verstecke hat sie sich gesucht, vor lauter Furcht vor den Menschen, die ihr eigentlich helfen wollten. Nahezu meine gesamte Nachbarschaft hat sie mautzen hören und Mitleid. Alle haben gesucht...jeder hat ein bisschen Futter hingestellt oder süße Sahne...nichts davon hat sie angerüht...alle Versuche, sie einzufangen sind missglückt. Um 22 Uhr gestern bin ich noch mal runter gegangen, auch mein Liebster kam mit. Im Dunkeln ist es ja gänzlich unmöglich sie zu finden. Wir hörten nur noch ein schwaches Miau aus dem Motorraum eines Autos. Scheinbar ist sie da rein gekrochen, um sich zu verstecken. Ein Kätzchen, ganz entkräftet, ohne Nahrung. Sie hat miaut und miaut, doch ich konnte ihr nicht helfen... ich habe eine Stunde vor dem Auto gesessen und ihr gut zugeredet", hab sie mit zarter Stimme versucht zu besänftigen, dass sie vielleicht Vertrauen findet und raus kommt. Aber sie kam nicht. Und mir blieb nichts anderes übrig, als wieder loszugehen... in der Hoffnung, dass sie nachts wieder rauskrabbelt und sie sich morgens wieder bemerkbar macht.
Aber heut morgen war kein Lebenszeichen mehr zu hören. Ich bin alle 2 Stunden runter gegangen, hab sie gerufen, kein Laut... und dieses ungute Gefühl, dass sie es nicht geschafft hat, dass sie aufgegeben hat oder völlig entkräftet gestorben ist ließ und lässt sich nicht mehr los. Ich habe geweint. Geweint, weil ich erkennen musste, dass man nicht immer helfen kann, auch wenn man es von Herzen möchte. Dass die kleine Katze lieber aufgibt, als sich dem Menschen anzuvertrauen. Und das Gefühl versagt zu haben ist schlimm. Ich hatte sie doch schon! Hätte...hätte...hätte ich sie doch blos erst mit zu uns nach Haus genommen, um ihr etwas Essen zu geben. All diese Vorwürfe mache ich mir. So ein hübsches kleines Ding. Ich hab nie einen Gedanken daran verschwendet, dass sie nicht bei uns bleiben könnte...sie hätte bei uns ein Zuhause gefunden. Ich habe sie von der ersten Minute an in mein Herz geschlossen...verdammtes Mutter Teresa Gen!
Und während ich das hier schreibe, verschwimmen schon wieder die Zeilen, weil ich wütend bin über die Ungerechtigkeit im Leben... in so vieler Leben! Mein Liebster meinte, dass es gerade noch viel schlimmere Dinge auf der Welt gibt. Natürlich! Aber eines der schlimmen Dinge hier im Kleinen hätte auch gut werden können! Und so denke ich bestimmt noch ein paar Tage über klein Mietz nach, höre sie manchmal noch mautzen (mir ist so als ob) und hoffe auf verrückte Dinge, das sie mit dem Auto unverletzt fahren konnte und ein neuer Mensch ein Herz für sie hatte und sie vielleicht vom Gegenteil überzeugen kann.
Bekanntlich hat ja eine Katze sieben Leben... ich wünsche mir, dass diese noch nicht aufgebraucht sind.
Eure NICOLE